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Tinnitus

Bildquelle: Unsplash

Wer war dieser Mann?

  • 8. Juli 1527
  • Sausen und Brausen im linken Ohr
  • Danach Schwindel
  • Spontan gebessert
  • Eimer kalten Wassers und herbeigerufener Arzt ohne Effekt
Lösung: Martin Luther (Bildquelle: Wikipedia)

Angebote der Praxis

  • Tonaudiometrie , ggf. Sprachaudiometrie
  • Objektive Audiometrie mittels otoakustischer Emissionen , BERA
  • Überschwellige objektive Audiometrie (siehe Hören Kinder)
  • Bestimmung des Tinnitus (Frequenz, Lautheit, ggf. Bestimmen der Tinnitus-Verdeckungs-Kurve)
  • Ggf. Einsatz bildgebender Verfahren
  • Tinnitusberatung
  • Zusammenarbeit mit Neurologie, Orthopädie, Zahnärzten*innen, Kieferorthopädie, Physiotherapie·       Individuell abgestimmte Therapie
  • Ggf. Einleitung kognitive Verhaltenstherapie
  • Einsatz digitaler Apps

Infomationen zum Tinnitus

Jeder langdauernde bzw. chronische Tinnitus erfordert eine gründliche Diagnostik. Dadurch kann eine schwerwiegende Ursache ausgeschlossen werden.

Die ärztliche Abklärung sagt Ihnen, wo Sie stehen. Und das ist eine gute Voraussetzung für Ihre Aufgabe, mit Ihrem Tinnitus zurecht zukommen, eine Linderung, ggf. eine Heilung zu erzielen.

Es geht um Ihren Tinnitus, kein Tinnitus ist gleich wie der andere. Darum gibt es auch keine schematische Behandlung, schon gar nicht ein generell Tinnitus-wirksames Medikament. Von den unzähligen vorgeschlagenen Behandlungsmethoden sind zwar jeweils einzelne Behandlungserfolge berichtet worden, aber keine ärztliche oder nicht ärztliche Behandlungsmethode darf für sich den Anspruch erheben, für alle Tinnitus-Kranken wirksam zu sein.

Ob es sich nach dem Genuss lautstarker Rockmusik, nach dem Schleudergang einer Karussellfahrt oder nächtlichem Zähneknirschen einstellt: Vorübergehendes Ohrensausen kennt fast jeder Erwachsene und empfindet es selten als belastend. Ohrgeräusche können jedoch auch als Gesundheitsstörung auftreten. Dann kann das Pfeifen oder Klingeln im Ohr zu Konzentrationsstörungen, Schlaflosigkeit bis hin zu depressiven Veränderungen führen und die Betroffenen von Ihrer Umwelt isolieren. Dazu kommt, dass die Ursachen dieses quälenden Leidens so vielfältig sind wie die Wege zu einer Behandlung.

Tinnitus (lateinisch: Geklirr, Klang) lautet der medizinische Sammelbegriff für Ohrgeräusche. Wie Dr. Sven Tönnies, Universität Hamburg, in seinem Ratgeber „Leben mit Geräuschen“ (Roland Assanger Verlag, Heidelberg) erläutert, ist der Tinnitus jedoch keine eigenständige Krankheit, sondern nur ein Krankheitszeichen, das auf eine Funktions-Störung hinweist.

Weitere mögliche Ursachen sind z.B. eine falsche Kopfhaltung, ungünstige Arbeitsbedingungen und stressbedingte Verspannungen im oberen Bereich der Halswirbelsäule, die zu Ohrgeräuschen führen können.

Außer von einem Orthopäden sollten sich Tinnitus-Patienten von ihrem Hausarzt auf Herz-Kreislauferkrankungen untersuchen und ihre Blutwerte überprüfen lassen. Der Kieferorthopäde und der Zahnarzt können feststellen, ob der Tinnitus durch Kiefergelenks-Veränderungen oder nächtliches Zähneknirschen mit getriggert wird.

Leider sind die meisten Tinnitus-Arten weder medikamentös noch chirurgisch heilbar. Entspannungs-Übungen haben sich in der Behandlung des Tinnitus als besonders wirksam erwiesen. Die progressive Muskelentspannung nach Jakobsen, das autogene Training und die Meditation, die nach einer Einführung von dem Patienten alleine durchgeführt werden können, haben entscheidende Verbesserungen bewirkt. Um die Belastung zu bewältigen, die sich in Unruhe, Konzentrations- und Schlafstörungen, Ängsten und Depressionen äußert, können Tinnitus-Patienten verschiedene Strategien wählen.

Hier hat sich evidenzbasiert die kognitive Verhaltenstherapie als wichtigste und wirksamste Therapie in der Zwischenzeit etabliert. Im Rahmen einer Verhaltenstherapie werden Maßnahmen zur Verhaltensänderung entwickelt, um die Krankheitssymptome zu verringern.

Einigen Patienten bedeutet es zudem eine große Entlastung, in einer Selbsthilfegruppe (z.B. Deutsche Tinnitus-Liga, Wuppertal) über ihre Probleme sprechen zu können, Erfahrungen auszutauschen und den Isolationsgefahren gegenzuwirken.

Unter anderem kann zu einem Tinnitus-Bewältigungs-Training motiviert werden: Das Auftreten des Ohrgeräusches führt zum Verlust der Stille und dadurch evtl. auch zu einer Angstsymptomatik, welche Ohrgeräusche wieder verstärken können.

Wer an einer Bahnlinie wohnt, wird anfangs noch jeden Zug hören, nach relativ kurzer Zeit dadurch nicht mehr gestört werden, weil das Gehirn das Geräusch des Zuges als „unwichtiges Geräusch“ nicht mehr durch einen Filter lässt. Eine Mutter kann durchaus trotz eines laut vorbeifahrenden Lastwagens weiterschlafen, während das leise Weinen des Kindes die Mutter aus dem Schlaf reißt. Auch hier wirkt der Filter in dem Sinne, dass nur die für das Leben wichtigen Geräusche „durchgelassen“ werden. Diese Fähigkeit kann geschult werden.

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